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Siebter Programmtag 4 Länder 1 Sprache

GAMER – ein kreativer Workshop für SchülerInnen der 6. und 7. Klasse mit Oliver Uschmann, Autor, und moderiert von Ana Pejović und Jasminka Petrović

Im direkten Gespräch mit Oliver Uschmann und mittels Video-Begleitmaterial lernten die TeilnehmerInnen den Autor und sein Werk kennen. Folgende Themen interessierten hier: Wie finden sich Eltern im neuen Wertesystem zurecht? Wie überlebt die Familie in den wirtschaftlichen Gegebenheiten der heutigen Zeit? Wie findet man die Balance zwischen Natur und Computer, Tradition und Modernisierung? Was sind die guten und was die schlechten Seiten der digitalen Technologie? Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Videospielen und dem wahren Leben? Im Anschluss folgte eine kreative Aufgabe nach Vorbild des Videospiels im Roman.

Fotos: Sanja Latinović

Das erste heutige Gespräch auf Dem blauen Sofa war DIE GESPENSTER UNSERER ZEIT mit Kathrin Röggla und moderiert von Biljana Srbljanović

Kathrin Röggla gehört zu den gesellschaftlich engagiertesten Prosa- und Theaterautorinnen in Österreich. Die in Berlin lebende und mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin spielt und experimentiert geschickt mit der Form und lässt dennoch in ihrem Werk zugleich politische und polemische Töne überwiegen. Kathrin Röggla kritisiert oft die modernen Medien und deren komplexe Rolle in modernen Gesellschaften, sie provoziert mit ihren Dramen und ihrer Prosa öffentliche Diskussionen und stößt wichtige gesellschaftliche Themen an. Im Gespräch mit Biljana Srbljanović, mit der sie eine gewisse Verwandtschaft und der Glaube an die literarische und dramatische Schaffenskraft als potenziell ideale Interaktion von Abstraktem und Konkretem verbindet, hat uns Kathrin Röggla mit den ihrer Meinung nach größten Gespenstern unserer Zeit konfrontiert und erklärt, wie man mit ihnen fertig wird.

Fotos: Aleksandar Dmitrović

Der zweite Auftritt auf Dem blauen Sofa war SUPERHELDINNEN – ein Gespräch mit Barbi Marković und moderiert von Maria Glišić

Die ungewöhnliche Schriftstellerkarriere von Barbi Marković begann vor über zehn Jahren in Belgrad, als sie ihren Kurzroman Izlaženje veröffentlichte, eine provokative und mehrdeutige Paraphrase der Novelle Gehen von Thomas Bernhard. Nach ihrem Umzug nach Wien setzte Barbi Marković das Schreiben fort und veröffentlichte 2016 den Roman Superheldinnen, der sie als eine der jungen Hoffnungen der neuen österreichischen Literatur etablierte.

Über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Romane, über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der serbischen und österreichischen Literaturszene, über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des serbischen und deutschen Sprachraums, über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede eines einheitlichen literarischen Stils in serbischer und deutscher Sprache sprach mit der Autorin die Übersetzerin des neuesten Buchs von Barbi Marković ins Serbische, Maria Glišić.

Fotos: Aleksandar Dmitrović

Ab 16:00 Uhr fand eine Debatte über Kunst, Engagement und Aktivismus unter dem Titel ILLEGALE HELFER statt, mit Maxi Obexer und Igor Čoko und moderiert von Ana Pejović.

Zwischen Aktivismus und künstlerischem Schaffen erstreckt sich das weite Feld des menschlichen Mitgefühls. Viele Schriftsteller, Regisseure, Fotografen, visuelle Künstler wenden sich von ihrem künstlerischen Schaffen ab, konfrontiert mit dem Bedürfnis, einem anderen menschlichen Wesen zu helfen. Ist es dennoch möglich, diese beiden Bestrebungen zu verbinden? Ist es möglich, in der Kunst engagiert zu sein, ohne dies auf Kosten der Kunst zu tun? Ist es möglich, aktivistische Kunst zu schaffen oder bleibt diese unumstößlich im Bereich einer gewöhnlichen Streitschrift? Über all dies und über viele weitere Fragen zum Thema Kunst, Engagement, Aktivismus und menschliche Empathie sprachen mit Ana Pejović die deutsche Schriftstellerin und Aktivistin Maxi Obexer und der Fotograf Igor Čoko.

Fotos: Aleksandar Dmitrović

Am Abend fand im Zentrum für kulturelle Dekontaminierung eine Debatte über gemeinsame Sprache und Literatur unter dem Titel SPRECHEN SIE LIECHTENSTEINISCH? statt, mit Kathrin Röggla, Ruth Schweikert und Jens Dittmar und moderiert von Vladimir Arsenijević.

Ist Literatur eine nationale Angelegenheit? Gibt es literarische Nationalmannschaften? Oder ergeben sich Verwandtschaften in der Literatur doch nicht aus einem Auszählen von roten Blutkörperchen oder Identitätsphantasmen über die Zugehörigkeit zu nationalen Gemeinschaften, sondern vielmehr aus einer ähnlichen Sensibilität und anderen Gemeinsamkeiten, von denen die sprachliche wahrscheinlich die intensivste ist? Impliziert eine Sprache gleichzeitig auch eine Literatur? Ist es eine Frage der Entscheidung? Im einem Gespräch mit dem spannenden Titel „Sprechen Sie Liechtensteinisch?“ wurden einige AutorInnen aus Österreich, Liechtenstein und der Schweiz, mit unterschiedlicher Nationalität, aber mit einer Sprache – der deutschen – gebeten, uns über ihre aus dieser spezifischen Gemengelage erwachsenden Erfahrungen zu berichten und einige der Vorzüge und Nachteile des literarischen Schaffens in einer großen und weitverbreiteten Sprache, dem Deutschen, zu erläutern. Photos: Aleksandar Dmitrović

 

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